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Too old to die young

The Rave, The Scotsh and Element of Crime

Wie startet man einen Blogeintrag, wenn man längere Zeit nix geschrieben hat? Sollte man'ne nette Anekodte erzählen oder gleich kurz und knapp zum Punkt kommen? Kurze Einträge sind für'n Arsch!

Die Überschrift ist natürlich angelehnt an  der Werbung für die neue Combo von Damon Albarn. Warum muss gerade in unserem Blog Werbung für "The Good, The Bad and the Thief" über'n Bildschirm laufen? Was für eine Schande für uns als bekennende OASIS-Ultras!!!

Naja, Noel himself hat sich ja auch schon Gefallen am neuen Projekt des Ex-Blur-Frontman gefunden.

Also erstmal genehmigt.

Mit "The Rave, The Scotsh and Element of Crime" sind drei Bands gemeint, die ich in den letzten Wochen live gesehen habe.

Zuerst: Kasabian im Kesselhaus.

Im  Vorfeld hatte ich ein paar Bedenken, da Rave und Elektro-Zeugs ja eigentlich nix für mich sind. Opener: "Shoot the runner" - Schweine, das Pulver schon am Anfang verschossen ... denkste! Zwei Gitarristen stehen auf der Bühne, Sänger Tom Meighan lässt mit seiner Coolness und Bühnenpresänz an Liam Gallagher erinnern. Ein Bassist und ein Drummer komplettieren die Band, die den Ruf als eine der besten britischen Live-acts hat. Zusammenspiel von Musik und Lichteffekten - ein Traum -  Grandios, fantastisch, einmalig! Was für eine Atmosphäre. Die Overdubs, Sequencer und dazu die Gitarren sorgen für einen fetten bassigen und rockigen Sound. 90min und 3 Zugaben lang Gänsehaut. Alle Meisterwerke der beiden Alben. Nur mein Favourite das akkustische "British Legion" findet im Set keine Berücksichtigung.

Vier Tage später gehts zu The View in die Wohnstube Postbahnhof am Ostbahnhof.

Dank MTV 2 bin ich seit längerem Fan der schottischen Youngsters (offizielles Durchschnittsalter: 18 Jahre). Der Gig findet auf der kleinen Bühne statt - also auf unserer Bühne! Da, wo es mit der Wendeltreppe hoch geht - mit anderem Worten, wo wir im letzten Sommer uns bei School's out-Festival die Ehre gegeben haben. Was'n Spaß ... damals wie heute! Bei den Ansagen zwischen den Songs versteht man absolut garnichts. Stehe neben Santa, der ab und zu lacht. Ich darauf: "Was hat er gesagt?" Gerd: "Keine Ahnung!" Und so wiederholt es sich am Abend. Irgendwas zwischen Jodeln und "Rrr"-Rollen - eben Schotten. Die Band steht schüchtern aber auch irgendwie niedlich unbeholfen auf der Bühne und zieht ihr Set gespickt voller wirklich großartiger Songs souverän durch. Sänger  und Frisurenwunder Kyle Falconer nutzt jede Gelegenheit um sich bei den Ansagen zwischendurch genüsslich an den Kronjuwelen zu kratzen und der Basser (geschätzte vierzehn!) bespritz sich mindestens zweimal im 40minütigem Set mit Bier - so ist das eben, wenn man jung ist!

Resüme: Eine Band, die man sehen muss! Beim Rausgehen quatschen wir noch'n bisschen mit der Vorband "Mr. Brown" aus Bad Segeberg, die den einen oder anderen Tipp für uns haben, sich im weiteren Verläuf des Gesprächs jedoch nicht weiter in die Karten gucken lassen wollen. Eben noch die EP "Love Songs" ergattert, signieren lassen und dann ab nach Hause.

Mal eben nach Rostock und sich Element of Crime angesehen.

Es hat sich gelohnt und ich würd es immer wieder tun. Vielleicht nicht umbedingt wegen Element of Crime, sondern wegen der Stadt - soviel muss gesagt sein. Die Band hat schon gespielt, da gab es noch zwei deutsche Staat und ich war noch nicht mal auf der Welt. Sänger, Songwriter und Schriftsteller (Herr Lehmann, Neue Vahr Süd), Wahl Berliner und Entertainer Sven Regener steht mit seiner Combo auf der Bühne des, sagen wir mal, "sub-optimalen" Moya-Club für solche Anlässen und zaubern, was in über 20 Jahren Bandgeschichte, zu zaubern ist. Für jungen unter uns könnte man sagen, dass Sven Lehmann Regener der Thees Uhlmann der späten 80'er Anfang 90'er in Sachen deutschsprachiger Musik, ist.  Große Texte gespickt mit betrunken sein, Träurigkeit und Witz - das ist das Markenzeichen von Element of Crime (vielleicht immernoch neben Tomte die beste deutschsprachige Band). Der Club ist gerammelt voll - hab noch nie so schlecht gesehen! Trotzdem ganz großes deutsches Kino. Highlights sind an diesem Abend ganz klar die Songs des letzten Albums "Mittelpunkt der Welt". Bei "Delmenhorst", dass es sogar bis zu TV Total geschafft hat, flippen alle aus. Nach 1 1/2 Stunden verabschiedet sich die Band zum ersten Mal. Es folgen 4 Zugabenblöcke - rekordverdächtig (davon sollten sich die Arctic Monkeys vielleicht'ne Scheibe abschneiden, zwinker,zwinker ...). Nach schätzungsweise 14 bis 16 Zugaben geht dann das Licht an: Betrunkene Menschen älteren Semesters liegen sich in den Armen und jubeln - jubeln 20min weiter ... und weiter und weiter.

Dirki

13.3.07 21:13
 


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